die Woge - wo die Welten sich begegnen

Impulse - Texte aus der Freude am bewussten Sein

Meine Texte laden dich ein, wahrzunehmen und zu fühlen, dass du durchströmt und eins bist mit dem 'Raum', mit 'allem, was ist', - dass du als menschliches Wesen Ausdruck dieses 'Raumes' bist. Die Welten begegnen sich in dir.

Mit dem 'Raum' meine ich die Quelle, Gott oder eben 'alles, was ist'. Du kannst dieses Wort ersetzen durch deine für dich stimmige Begrifflichkeit.

Wenn ich von 'Flow' spreche, ist das warme Strömen und Fließen in deinem Körper gemeint, das du wahrnehmen kannst, wenn du loslässt und dich dem 'Raum' in dir übergibst.

Mit 'Akzeptanz' ist eine innere Haltung angesprochen, in der du annimmst, was ist und die Vorstellung entlässt, dass irgendetwas anders sein müsse in deinem Leben. In diesem Moment der völligen Akzeptanz kannst du erfahren, wie der 'Raum' sich öffnet und du hineintreten kannst.


Jetzt

Jetzt, in diesem Moment deines Lebens, nimm wahr, was ist. Nimm nur wahr, bewerte nichts, akzeptiere das, was ist. Lass deine Vorstellungen, deine Ziele und Wünsche los. Entziehe ihnen die Energie, lass die Identifikation mit diesen Gedanken los. Schau ihnen einfach zu. Sie halten dich in einer linearen Vorstellung deines Lebens fest, klammern sich an Raum und Zeit. Also, schau ihnen einfach zu und entferne dich dann immer weiter von ihnen. Erlaube stattdessen, dich immer mehr zu entspannen. Atme bewusst ein und aus, ganz sanft und liebevoll. Vielleicht beginnst du wahrzunehmen, wie der Atem dich bewegt, dich trägt und du lässt dich tiefer fallen.

Dein 'Ich' ist wie eine Art Muskel; Gedanken und Gefühle spannen ihn an, kontrollieren ihn, lassen ihn hart und fest werden. In der Ent-spannung kannst du nicht nur die Muskeln deines Körpers weicher werden lassen, sondern auch den Muskel deines 'Ichs'. Irgendwann entsteht in dir die Wahrnehmung, dass du völlig absichtslos da bist, wie in einem Nullpunkt. Du bist einfach nur noch und irgendetwas in dir nimmt wahr. Du bist Wahrnehmung.

Du kannst dich tiefer sinken lassen hinein in einen Raum, der eigentlich kein Raum ist, weil er unbegrenzt ist. Er ist mit Worten nicht zu beschreiben, weil er ohne Worte ist.

Vielleicht spürst du eine Weite, einen tiefen Frieden, ein getragen Sein...und darin fühlst du Energien sich durch deinen Körper bewegen. Diese können sehr unterschiedlich sein, dicht warm und erfüllend, glasklar und hell, tief und ruhevoll strömend...wie auch immer, Du nimmst sie einfach wahr. Der 'Raum' durchflutet dich in deinem menschlichen Dasein.

Dies tut er immer, aber wenn der Muskel deines 'Ichs' angespannt ist, spürst du nur den Muskel, bist mit ihm identifiziert, er ist quasi deine Welt und du kannst den Raum, der dich durchdringt und umgibt, nicht wahrnehmen.

Je mehr Erfahrungen du mit diesem geöffneten 'Jetzt' machst, desto mehr wirst du in deiner menschlichen Identität, in deinem menschlichen Leben Veränderungen wahrnehmen. Dein 'Ich-Muskel' wird entspannter und dadurch kann der Flow aus dem 'Raum' mit seiner Liebe und Weisheit dich immer mehr tragen und erfüllen.


In den Energien der Liebe

Du bist ein unermesslich geliebtes Wesen, mach dich nicht klein, vergleiche dich nicht, sondern nimm die Liebe an, die du bist. Nimm dein Leben an, es ist deines, wirklich deines. Öffne dich ihm, niemand sonst kann es tun. Fülle es mit dem, was dir gut tut und was dir wichtig ist; du kannst in jedem Moment damit beginnen und sei es mit einem bewussten Atemzug.

Dein Leben geschieht jetzt, atme es ein, fülle dich mit ihm,- es ist nur deines.

Es ist das größte Geschenk, das du jemals erhalten hast, dein Leben.

Es ist ein Juwel mit allem, was es ausfüllt, weil es nur deine Erfahrungen sind. Bewerte sie nicht, sie sind nur deine. In dem Moment, in dem du möchtest, dass dein Leben anders aussieht, entfernst du dich von dir und damit von deiner Liebe. Du kannst nicht woanders ankommen, wenn du dein Leben im Jetzt nicht umarmst. Die verändernde Bewegung wird ausgelöst im Jetzt, im Sein mit dir.

Schau dich an aus deinem Herzen, wie viel Liebe dich umarmen und füllen möchte. Schau jetzt nicht auf die möglichen Probleme in deinem Leben, sondern verbinde dich mit deinem Herzen. Dein Herz möchte alles von dir lieben, fühlen, erreichen.

Erlaube dir, deine Liebe anzunehmen. Dein Leben wird um so vieles einfacher, wenn du dies erlaubst. So viele Dramen haben dann keinen Platz mehr. Es ist so einfach, glaube dir, dass du geliebt bist mit allem. Lass deine Vorstellungen darüber los, wie es sein müsste, wenn du geliebt wärest. Du bist einfach geliebt.

In dieser Liebe erkennst du auch deine Einzigartigkeit, deine Unvergleichbarkeit. Du brauchst dich nicht vergleichen, das geht gar nicht.

Du bist kostbar, dein Leben ist kostbar, dein Jetzt ist kostbar. Nimm es an und lebe.


Der Raum des Jetzt

Der Raum des Jetzt entsteht in dem Moment, in dem wir inne halten. Unseren Gedankenstrom lassen wir einfach weiter fließen, wenn er will, aber wir ziehen uns aus der Identifikation mit diesem Strom heraus. Als ob wir in einem Café säßen und durch die Fensterscheibe gemütlich den Spaziergängern - unseren Gedanken - beim Vorbeigehen zuschauen.
Unser Verstand hat genaue Vorstellungen von der Welt und wie sie sein müsste und ist doch nie zufrieden. Sobald wir inne halten, atmen, einfach nichts tun, haben wir die Chance aus dem Plappern unseres Verstandes heraus zu treten und zu schauen – und zu fühlen.
Was beschäftigt uns gerade im Leben, was macht Druck, was sollte eigentlich 'weg' sein? Im Jetzt beginnen wir genau diese Qualität des Drucks einfach nur zu fühlen. Wir erlauben ihm seine Existenz und versuchen nicht weiter mit allen Mitteln, ihn zu beseitigen. Für den Verstand hört sich das ziemlich verrückt an, etwas zulassen, was man eigentlich nicht im Leben haben will?
Nun, das Entscheidende ist das Fühlen und das dabei bleiben. Jedes Mal ist es für mich berührend zu erleben, wie genau in diesem Moment des bewussten Fühlens ein Raum aufspringt, der einerseits wie still steht und gleichzeitig von großer Kraft durchflutet wird. Ein Aufatmen geht durch das gesamte System, der Kampf 'dagegen' hat ein Ende und alles darf jetzt einfach mal sein. Entspannung kehrt ein, oft verändert sich der Atem, wird tiefer, Loslassen geschieht.
Das Gefühl beginnt sich zu verändern, zu fließen, oft tauchen Bilder auf, neue Empfindungen. Wir haben unserer bisherigen 'Wirklichkeit' ein 'Guckloch' geschenkt, durch das etwas Neues hinein fließen kann, etwas, das aus einer sehr viel größeren Weisheit als die unseres Verstandes kommt.
Dieses Neue beginnt in unserem Leben zu wirken, ohne das wir dies mit unserem Verstand planen oder lenken können. Das Meer, das wir mit unserem Boot erlebt haben, beginnt in uns veränderte Gefühle und Wahrnehmungen auszulösen und dadurch verändert sich auch unsere Welt.


Die Mitte

Die Mitte ist dein innerster Raum in deinem Herzzentrum, lange vor dir verborgen, doch immer da gewesen.
Je mehr du deine Zweifel, Ängste und Sorgen entlässt, je mehr du den Themen in deinem Leben, die dich immer wieder einladen, erneut eine Runde mit ihnen zu spielen, einfach nur akzeptierst und ihnen zuschaust und nicht in ihre Energien einsteigst – desto mehr wirst du diesen inneren Raum in dir wahrnehmen.
Behutsam und allmählich entfaltet er sich in dir. Liebevolle Ströme durchfluten und umgeben dich, ein warmer mütterlicher Segen berührt dich und du atmest verwundert auf. Geborgenheit und Gelassenheit und tiefstes Vertrauen füllen dich. Deine innerste Mitte beginnt dein Leben zu übernehmen.
Sie ist dir so sehr vertraut, auch wenn du sie über Äonen nicht spüren konntest. Ist sie erst einmal wahrnehmbar für dich, fragst du dich verwundert wie es hat sein können, ohne sie zu sein. Vertraut und wie selbstverständlich ist sie da, klar, das ist das Leben!
Deutlich erkennst du nun den Unterschied, wie es ist, die Themen deiner Ängste und Zweifel zu deiner Realität zu machen oder diesem inneren Frieden in dir zu erlauben, sich auszudehnen.
Ein tiefes Gefühl von Verbundenheit wird immer häufiger; deine Wahrnehmung verändert sich. Betrachtest du einen Baum, berührt er dich und du ihn. Minutenlang kannst du in Kontakt mit einer Blüte verweilen und einfach nur fühlen. Und in der Begegnung mit einem Menschen gleitest du durch alle Ebenen seiner Gedanken und Emotionen hindurch und sehnst dich nur danach, seinem Herzen zu begegnen.
Deine Sehnsucht nach Stille ist groß. Das alte Tun entspricht dir nicht mehr, weil du dich jenseits der gewohnten Glaubensmuster aufhälst. Einfach sein im großen Sein, das ist es, was dich nun füllt und nährt.
Deine innerste Mitte offenbart dir Geheimnis um Geheimnis, Begegnung um Begegnung mit dir selbst. Welch eine Fülle in dir.
Von hier nehmen deine neuen Schöpfungen ihren Geburtsimpuls auf. Sie nehmen deine Liebe und deine Weisheit und ungestört von jeglichen Zweifeln, entfalten sie sich auf ihre Weise. Du schaust staunend zu und empfängst.
Deine Mitte, dein innerster Raum und seine Ausdehnung ist nun dein Leben. Dein Herzraum ist Eins mit allem, was ist.  Alles beginnt im Gleichklang und in Hingabe sich zu bewegen, Vertrauen und Liebe ausströmend, die neuen Klänge gebärend.


Die neue Wahrnehmung ist die Gegenwart deiner Seele

Normalerweise nehmen wir etwas wahr, im Außen oder im eigenen Körper, in den eigenen Gefühlen und reagieren sofort darauf. Etwas muss verändert, bewertet, eingeordnet, verstanden, abgewehrt, gemacht, geheilt, verglichen usw. werden. Was dabei geschieht, ist, dass wir ständig von dem Moment der Wahrnehmung selbst weggehen und damit gleichzeitig auch von uns selbst weggehen.
Auf dem Weg der Begegnung der Welten in uns erfahren wir eine völlig andere Weise von Wahrnehmung. Es ist eine 'stille' Wahrnehmung, die nicht sofort ins Tun mündet. Ich nehme wahr und dabei bleibe ich erst mal. Nehmen wir ein Beispiel: Wir fühlen uns unruhig, wissen vielleicht gar nicht so richtig, warum. Dann haben wir unsere unterschiedlichen Reaktionsweisen. Die einen gehen joggen, die anderen suchen Streit, die dritten nehmen den Telefonhörer und die vierten schlucken eine Baldrianpille etc. In der neuen Wahrnehmung bleibe ich bei meiner Unruhe, ich gehe nicht fort von mir, sondern bleibe bei mir, bei meinem Gefühl.
In diesem kostbaren Moment hat unsere Seele die Chance, in unser Jetzt zu treten, nicht großspurig und heilig, sondern ganz leise. Sie sehnt sich danach, unser Menschsein zu fühlen und sie kann dies nur, wenn wir bei uns bleiben, wenn wir ihr den Raum geben, mit zu fühlen. Wie eine kleine, zarte Stimme kann sie uns in diesem Moment zuflüstern: 'Ich bin bei dir.'
In diesem Moment entsteht eine neue Energiebewegung. Wir werden berührt von unserer eigenen unglaublichen Liebe zu uns selbst, in jeder irgendwie gearteten Situation. Plötzlich öffnet sich ein Raum, der Tiefe anbietet, Erkennen.
Das Gefühl des Unruhigseins kommt in Bewegung und eine ganz eigene Reise beginnt, die für den Verstand eine vollkommen unerklärliche Berührung und das Öffnen ganz neuer Erfahrungen beinhaltet. Etwas wird weich in uns, verändert unseren Blick, ermöglicht neues Erkennen,- genau in diesem Moment, in diesem Moment des Ganz-bei-sich-Seins, in diesem Moment, in dem meine Seele und ich als Mensch zusammen kommen. In diesem Moment entsteht etwas Neues, Bewegendes in meinem Leben.
Ist so etwas im Alltag lebbar, solch eine gegenwärtige Präsenz? Ist es nicht das Geschenk weniger, einzigartiger Augenblicke?
Hier öffnen sich neue Dimensionen, was die Qualität unserer 'Selbstliebe' betrifft. Ich kann auf diese Weise nur so bei mir sein, wenn ich mich selbst liebe, wenn ich nicht ständig von mir weggehe. Mich selbst in dieser Selbstliebe zu fühlen und zu wissen, öffnet auch den Alltag in jedem Moment auf einzigartige Weisen. Wir werden uns immer wieder allein stehen lassen – aber wir werden es immer schneller fühlen. Der neue Boden wird mit jedem Mal, in dem wir bei unserem eigenen Fühlen bleiben, stabiler und gegenwärtiger werden.


Fühlen

Fühlen im Neuen Bewusstsein beginnt im Herzen, in deinem eigenen. Was möchte dein Herz erfahren, erschaffen im eigenen Erleben? Suche nicht in deinem Verstand nach deiner Antwort, gehe nicht fort von dir in die Zukunft, in irgendwelche Vorstellungen wie deine Welt aussehen sollte, fühle in dein Herz, jetzt!
Bleibe bei dir, husche nicht weg in Gedanken und Wünsche, bleibe einfach bei dir, fühle dich in deinem Herzen. Ganz sanft und ruhig bleibe bei dir, nimm wahr.
Hier in deinem Herzen findet deine Wahl statt, nicht in deinem Verstand, in deinen Wünschen vom besseren Leben. Hier in deinem Herzen beginnt das Neue. Hier bist du gefragt, nur du, in deinem eigenen Herzen. Fühle dich, wähle dich, du bist gemeint, ja, wirklich du. Es ist dein Herz, deine Liebe, deine Essenz, die alles von dir birgt. Hier ist dein großer, unglaublicher, unbegrenzter Schatz. Hier findet die Verbindung von allem in dir statt.
Und du musst nichts dafür tun, nur - wenn du es wahrnehmen möchtest, halte inne, werde still, lass dich von dir selbst berühren. Alles beginnt hier, alles endet hier, alles findet sich hier neu zusammen, von hier aus beginnt deine neue Ausdehnung.
Atme sanft und werde still, horche, fühle in dein Herz. Hier erhebt sich deine neue Stimme, die Stimme deines verschmolzenen Seins von Mensch und Gott. Erkunde sie, diese neue Stimme, lerne sie kennen, öffne dich für neue Arten von menschlicher Erfahrung, ohne vorher zu wissen, was geschieht. Dein Herz kontrolliert nicht, es kann gar nicht kontrollieren, es ist außerhalb seiner Seinserfahrung – dein Herz fühlt ausschließlich. Dein Herz erfährt sich fühlend, in allem und ist dabei vollkommen frei. Es braucht keine Kategorien der Bewertung und Einordnung oder Ziele, die es erreichen will. Dein Herz ist einfach und fühlt, teilnehmend, liebevoll und auch initiierend. Es ist der Transformationsort in dir, das heißt, es ist aufnehmend und verwandelnd und neu gebärend und alles in einem und es ist du.
Lass dich einladen von deinem Herzen und lade es selbst ein, fühle was geschieht, in dir. Es ist dein Ankommen in dir, inmitten von allem, was du bist, inmitten all deiner Erfahrungen, ist es.
Ruhe und Stille, unumstößliche Präsenz und Weisheit, Sammlungsort all deiner Erfahrungen, unermessliche Liebe und Geduld, Hingabe und gleichzeitige Ausgerichtetheit, Quelle all deiner neuen Geburten und Empfang all deiner Tode, kristallklares Wasser und glühendes Feuer, strahlende Brillanz, unverwechselbar du....das ist dein Herz in deiner Mitte und es ist da, jetzt.
Fühle wie du dein Herz empfängst, wie dein Herz dich empfängt, wie du dich empfängst. Erlebe wie die Qualität deines Fühlens sich in seiner Essenz ändert – und damit dein Leben sich wandelt.
Fühle...


Selbstliebe

Auf der Reise durch alle Glaubensschichten hindurch zu diesem inneren Ort in dir, der der ruhevollen Präsenz deiner selbst entspricht, ist die Selbstliebe ein wunderbarer Gefährte.
Es ist nicht die Selbstliebe des Egos gemeint, die dir auf die Schulter klopft, wenn etwas den eigenen Absichten entsprechend gut geklappt hat, oder die versucht, sich selbst größer zu machen als andere. Die darf auch sein, sie ist ebenfalls ein Teil von uns, auch wenn wir uns immer weniger mit ihr identifizieren.
Aber die Selbstliebe, von der ich hier erzählen möchte, kommt bereits von diesem inneren Ort in dir. Dort ist sie immer und war sie immer, nur vergessen haben wir sie in all dem, was uns im Außen immer beschäftigt hat. Sie taucht ganz selbstverständlich und liebevoll in deinen allmählich immer häufiger werdenden Wahrnehmungsminuten auf. Wenn du einfach nur wahrnimmst, ohne gleich zu bewerten, einzuordnen oder vermeintlich notwendige Schritte einzuleiten, spürst du sie plötzlich tief in dir auftauchen.
Sie betrachtet mit dir gemeinsam all das, was sich in deinem Leben bewegt, was du wahrnimmst sowohl mit deinen Augen als auch mit deinen Gefühlen. Genau wie du jetzt gerade übst, sagt sie nicht, das ist gut und das ist schlecht! Genau wie du möchte sie einfach alles wahrnehmen, was zu deinem menschlichen Leben gehört, es durch dich erfahren und das kann sie nur, wenn du alles da sein lässt.
Wie eine sanfte Wärme fühlst du sie plötzlich durch dein Feld fluten, manchmal können es auch heftige Hitzeschübe sein; in deinem Körper spürst du, sie ist da, deine Selbstliebe, sie zieht sogar in deinen Körper ein.


Das Geheimnis der Akzeptanz

Während der Verstand sagt: Akzeptanz ist die Bestätigung des Bestehenden -
sagt die Seele: Akzeptanz ist der Beginn einer unglaublichen Veränderung!

In unserem Alltag sind wir damit beschäftigt, Ziele und Pläne zu entwerfen, Dinge zu bewerten und Entscheidungen über richtig und falsch, gut und schlecht zu treffen. Obwohl wir meinen, dass dies unser Verstand tut, sind sehr oft Gefühle mit verwickelt, oft unbewusste, die aus anderen Schichten unsere Entscheidungen und unser Erleben mit beeinflussen.

Wir bewegen uns in einem Meer von Annahmen und emotional gefüllten Glaubensmustern über das eigene Leben und die Welt und versuchen darin, unseren Weg entsprechend unserer Überzeugungen zu gehen. Schwierig wird es dann, wenn Unvorhergesehenes eintritt, was an diesem aufgebauten System rüttelt. Seien es Lebenskrisen, hervor gerufen zum Beispiel durch Beziehungsschwierigkeiten, Arbeitslosigkeit, schwere Krankheiten oder Begegnungen mit Sterben und Tod. Sie laden ein, das Bestehende zu weiten, neue Perspektiven ins Leben hinein fließen zu lassen.

Aber nicht nur Krisen bewirken dies. Manchmal fühlt man im eigenen Inneren eine Sehnsucht oder eine Frage 'da muss doch noch mehr sein'? Oft erfährt man eine innere Leere, die einen zu dieser Frage hinführt. Oder es taucht plötzlich ein 'Wissen' auf, ein Verständnis für Zusammenhänge, das sich zeigt und eigene Lebenssituationen in neuen Erkenntniszusammenhängen erscheinen lässt. Schon häufig habe ich gehört 'das war mir schon als Kind klar' – aber dann ist es im Laufe des erwachsenen Daseins in dem 'normalen' Leben mit all seinen Pflichten und Gewohnheiten unter gegangen, und nun meldet sich dieses Wissen wieder und will hinein ins Leben.

Nun, in all diesen Aufbrüchen und Fragen nach 'mehr' im Leben ist die Akzeptanz ein großer Toröffner. Meist schauen mich die Menschen verwundert an, wenn ich dies sage, und die erste Reaktion ist: 'Dann bleibt ja alles so wie es ist!'

Aber die Akzeptanz, von der ich spreche, ist der Schritt hinaus aus der bisherigen Welt, in der wir immer beschäftigt waren, Lösungen finden, Kontrolle aufrecht erhalten mussten, die Fäden nicht aus den Händen verlieren durften...Die Akzeptanz, die ich hier meine, ist die Akzeptanz unseres Herzens. - Und die ist immer da!

Sie zu erleben bringt ein großes Aufatmen mit sich, der Raum und der Blick weiten sich, ein Heraustreten aus der bisherigen Sichtweise wird möglich, eben durch die Akzeptanz dessen, was ist. Wenn Trauer und Schmerz einfach mal da sein dürfen, ohne gleich mit guten Ratschlägen oder Trostzusprechungen verändert werden zu müssen – dann kann alles aufatmen. 'Ja, diesen Schmerz erfahre ich gerade'. Wenn ich verzweifelt bin, meine Lebenssituation unlösbar zu sein scheint, ermöglicht mir diese Akzeptanz, die Verzweiflung zu spüren, ohne gleich in meinem Kopf dem Hin und Her der Alptraumangebote meines Verstandes folgen zu müssen. Die Verzweiflung darf als solche gefühlt werden.

Und mit dieser Akzeptanz, dem Erfahren und Benennen von dem gerade Erlebten, geschieht meist das für den Verstand 'Verrückte' – Ruhe kehrt ein, ein tiefer Atem übernimmt, 'ich fühle mich gemeint und gesehen', der Blickwinkel weitet sich, die Enge löst sich auf, - ich darf sein! Das ist die große Erlaubnis unserer Seele, die wir nun fühlen können: 'Mir darf es so gehen. Es muss nichts anders sein. Ich habe keine Fehler gemacht. Ich darf einfach diese Erfahrung machen.'

Wenn du diese Worte liest, sei achtsam mit deinen Reaktionen. Beobachte, welche Ebene in dir sich angesprochen fühlt: Dein Verstand, der dies für völlig unpraktisch und weltfern hält oder tief Innen eine Ebene in dir, die entspannt und stille wird? - Beobachte einfach, nicht bewerten, nicht wollen...

Ich bin immer wieder überrascht, was die Erinnerung an diese Akzeptanz bewirken kann. Sie löst aus dem Hin und Her des Verändern wollens und gibt plötzlich einen weiteren Raum frei: Das einfache Erleben meiner selbst.

In diesem Moment fließt Liebe ein, ganz von selbst, einfach durch das nicht bewerten und nicht anders haben wollen von dem, was ist. Der große Zuspruch ist fühlbar: Ich darf so sein, ich bin gemeint!

Mit dem Erleben dieser Liebe beginnt das Leben sich zu verändern und neue – vom Verstand nicht wahrgenommene – Lösungen können ins Feld fließen. Bewegungen beginnen sich zu entwickeln, die oft überraschend sind und eine tiefe innere Stimmigkeit beherbergen.

Gleichzeitig werden nach und nach immer weitere Bereiche und Themenkomplexe 'ans Licht' geholt, in die Liebe eingeladen. Auch sie möchten diese Akzeptanz erfahren und von der Liebe berührt werden, um frei zu werden.

Das eigene Leben beginnt sich zu verändern, immer mehr steht man selbst in der Mitte des eigenen Lebens und nicht mehr die Überzeugungen, die früher gefüllt werden mussten. Die Akzeptanz ist wahrlich ein großer Türöffner, nicht nur hinein in neue Blickwinkel, sondern auch hinein in die Liebe.

Sie meint es gut mit dir. Sie lehnt nichts, aber auch gar nichts an dir ab. Sie ist einfach nur neugierig auf dich, auf alles von dir und schenkt sich ebenfalls ganz, dir selbst.
Ganz allmählich spürst du, wie sich etwas verändert in deinem Leben. Die Aufgeregtheit des Außen, das Faszinierende der vielen Dramen, die Themen, mit denen du sonst dein Leben gefüllt hast, werden blasser. Du gibst ihnen nicht mehr soviel Energie von dir, soviel Zeit, um sie zu erfahren.
Stattdessen kann es sein, dass du manchmal eine Leere in dir fühlst. Das kann erst mal Beklommenheit verursachen und Verunsicherung hervorrufen. Was ist denn jetzt los? Falle ich? Verliere ich den Boden unter den Füßen?
Nein, du bist auf dem Weg zu einem neuen Boden in dir und da gibt es einen Zwischenraum zu durchqueren, der sich oftmals wie eine Leere anfühlt. Auch hier gilt: Wahrnehmen, tief atmen und geschehen lassen. Die neuen Ebenen in dir werden wach und dein Verstand hat keinen Zugang zu ihnen, er kann sie nicht beeinflussen oder kontrollieren und das kann sich vielleicht zunächst mal ungemütlich anfühlen. Aber diese Ebenen in dir wissen, was sie tun. Sie sind auch deine, sie gehören zu dir und kehren in dein augenblickliches Leben ein. Du kannst ihnen vertrauen und deine Liebe in dir groß werden lassen.