Meine Texte laden dich ein, wahrzunehmen und zu fühlen, dass du durchströmt und eins bist mit dem 'Raum', mit 'allem, was ist', - dass du als menschliches Wesen Ausdruck dieses 'Raumes' bist. Die Welten begegnen sich in dir.
Mit dem 'Raum' meine ich die Quelle, Gott oder eben 'alles, was ist'. Du kannst dieses Wort ersetzen durch deine für dich stimmige Begrifflichkeit.
Wenn ich von 'Flow' spreche, ist das warme Strömen und Fließen in deinem Körper gemeint, das du wahrnehmen kannst, wenn du loslässt und dich dem 'Raum' in dir übergibst.
Mit 'Akzeptanz' ist eine innere Haltung angesprochen, in der du annimmst, was ist und die Vorstellung entlässt, dass irgendetwas anders sein müsse in deinem Leben. In diesem Moment der völligen Akzeptanz kannst du erfahren, wie der 'Raum' sich öffnet und du hineintreten kannst.
Jetzt, in diesem Moment deines Lebens, nimm wahr, was ist. Nimm nur wahr, bewerte nichts, akzeptiere das, was ist. Lass deine Vorstellungen, deine Ziele und Wünsche los. Entziehe ihnen die Energie, lass die Identifikation mit diesen Gedanken los. Schau ihnen einfach zu. Sie halten dich in einer linearen Vorstellung deines Lebens fest, klammern sich an Raum und Zeit. Also, schau ihnen einfach zu und entferne dich dann immer weiter von ihnen. Erlaube stattdessen, dich immer mehr zu entspannen. Atme bewusst ein und aus, ganz sanft und liebevoll. Vielleicht beginnst du wahrzunehmen, wie der Atem dich bewegt, dich trägt und du lässt dich tiefer fallen.
Dein 'Ich' ist wie eine Art Muskel; Gedanken und Gefühle spannen ihn an, kontrollieren ihn, lassen ihn hart und fest werden. In der Ent-spannung kannst du nicht nur die Muskeln deines Körpers weicher werden lassen, sondern auch den Muskel deines 'Ichs'. Irgendwann entsteht in dir die Wahrnehmung, dass du völlig absichtslos da bist, wie in einem Nullpunkt. Du bist einfach nur noch und irgendetwas in dir nimmt wahr. Du bist Wahrnehmung.
Du kannst dich tiefer sinken lassen hinein in einen Raum, der eigentlich kein Raum ist, weil er unbegrenzt ist. Er ist mit Worten nicht zu beschreiben, weil er ohne Worte ist.
Vielleicht spürst du eine Weite, einen tiefen Frieden, ein getragen Sein...und darin fühlst du Energien sich durch deinen Körper bewegen. Diese können sehr unterschiedlich sein, dicht warm und erfüllend, glasklar und hell, tief und ruhevoll strömend...wie auch immer, Du nimmst sie einfach wahr. Der 'Raum' durchflutet dich in deinem menschlichen Dasein.
Dies tut er immer, aber wenn der Muskel deines 'Ichs' angespannt ist, spürst du nur den Muskel, bist mit ihm identifiziert, er ist quasi deine Welt und du kannst den Raum, der dich durchdringt und umgibt, nicht wahrnehmen.
Je mehr Erfahrungen du mit diesem geöffneten 'Jetzt' machst, desto mehr wirst du in deiner menschlichen Identität, in deinem menschlichen Leben Veränderungen wahrnehmen. Dein 'Ich-Muskel' wird entspannter und dadurch kann der Flow aus dem 'Raum' mit seiner Liebe und Weisheit dich immer mehr tragen und erfüllen.
Du bist ein unermesslich geliebtes Wesen, mach dich nicht klein, vergleiche dich nicht, sondern nimm die Liebe an, die du bist. Nimm dein Leben an, es ist deines, wirklich deines. Öffne dich ihm, niemand sonst kann es tun. Fülle es mit dem, was dir gut tut und was dir wichtig ist; du kannst in jedem Moment damit beginnen und sei es mit einem bewussten Atemzug.
Dein Leben geschieht jetzt, atme es ein, fülle dich mit ihm,- es ist nur deines.
Es ist das größte Geschenk, das du jemals erhalten hast, dein Leben.
Es ist ein Juwel mit allem, was es ausfüllt, weil es nur deine Erfahrungen sind. Bewerte sie nicht, sie sind nur deine. In dem Moment, in dem du möchtest, dass dein Leben anders aussieht, entfernst du dich von dir und damit von deiner Liebe. Du kannst nicht woanders ankommen, wenn du dein Leben im Jetzt nicht umarmst. Die verändernde Bewegung wird ausgelöst im Jetzt, im Sein mit dir.
Schau dich an aus deinem Herzen, wie viel Liebe dich umarmen und füllen möchte. Schau jetzt nicht auf die möglichen Probleme in deinem Leben, sondern verbinde dich mit deinem Herzen. Dein Herz möchte alles von dir lieben, fühlen, erreichen.
Erlaube dir, deine Liebe anzunehmen. Dein Leben wird um so vieles einfacher, wenn du dies erlaubst. So viele Dramen haben dann keinen Platz mehr. Es ist so einfach, glaube dir, dass du geliebt bist mit allem. Lass deine Vorstellungen darüber los, wie es sein müsste, wenn du geliebt wärest. Du bist einfach geliebt.
In dieser Liebe erkennst du auch deine Einzigartigkeit, deine Unvergleichbarkeit. Du brauchst dich nicht vergleichen, das geht gar nicht.
Du bist kostbar, dein Leben ist kostbar, dein Jetzt ist kostbar. Nimm es an und lebe.
Der
Raum des Jetzt entsteht in dem Moment, in dem wir inne halten.
Unseren Gedankenstrom lassen wir einfach weiter fließen, wenn er
will, aber wir ziehen uns aus der Identifikation mit diesem Strom
heraus. Als ob wir in einem Café säßen und durch die
Fensterscheibe gemütlich den Spaziergängern - unseren Gedanken -
beim Vorbeigehen zuschauen.
Unser
Verstand hat genaue Vorstellungen von der Welt und wie sie sein
müsste und ist doch nie zufrieden. Sobald wir inne halten, atmen,
einfach nichts tun, haben wir die Chance aus dem Plappern unseres
Verstandes heraus zu treten und zu schauen – und zu fühlen.
Was
beschäftigt uns gerade im Leben, was macht Druck, was sollte
eigentlich 'weg' sein? Im Jetzt beginnen wir genau diese Qualität
des Drucks einfach nur zu fühlen. Wir erlauben ihm seine Existenz
und versuchen nicht weiter mit allen Mitteln, ihn zu beseitigen. Für
den Verstand hört sich das ziemlich verrückt an, etwas zulassen,
was man eigentlich nicht im Leben haben will?
Nun,
das
Entscheidende
ist
das
Fühlen
und
das
dabei
bleiben.
Jedes
Mal
ist
es
für
mich
berührend
zu
erleben,
wie
genau
in
diesem
Moment
des
bewussten
Fühlens
ein
Raum
aufspringt,
der
einerseits
wie
still
steht
und
gleichzeitig
von
großer
Kraft
durchflutet
wird.
Ein
Aufatmen
geht
durch
das
gesamte
System,
der
Kampf
'dagegen'
hat
ein
Ende
und
alles
darf
jetzt
einfach
mal
sein.
Entspannung
kehrt
ein,
oft
verändert
sich
der
Atem,
wird
tiefer,
Loslassen
geschieht.
Das
Gefühl beginnt sich zu verändern, zu fließen, oft tauchen Bilder
auf, neue Empfindungen. Wir haben unserer bisherigen 'Wirklichkeit'
ein 'Guckloch' geschenkt, durch das etwas Neues hinein fließen kann,
etwas, das aus einer sehr viel größeren Weisheit als die unseres
Verstandes kommt.
Dieses
Neue beginnt in unserem Leben zu wirken, ohne das wir dies mit
unserem Verstand planen oder lenken können. Das Meer, das wir mit
unserem Boot erlebt haben, beginnt in uns veränderte Gefühle und
Wahrnehmungen auszulösen und dadurch verändert sich auch unsere
Welt.
Die
Mitte ist dein innerster Raum in deinem Herzzentrum, lange vor dir
verborgen, doch immer da gewesen.
Je
mehr du deine Zweifel, Ängste und Sorgen entlässt, je mehr du den
Themen in deinem Leben, die dich immer wieder einladen, erneut eine
Runde mit ihnen zu spielen, einfach nur akzeptierst und ihnen
zuschaust und nicht in ihre Energien einsteigst – desto mehr wirst
du diesen inneren Raum in dir wahrnehmen.
Behutsam
und allmählich entfaltet er sich in dir. Liebevolle Ströme
durchfluten und umgeben dich, ein warmer mütterlicher Segen berührt
dich und du atmest verwundert auf. Geborgenheit und Gelassenheit und
tiefstes Vertrauen füllen dich. Deine innerste Mitte beginnt dein
Leben zu übernehmen.
Sie
ist dir so sehr vertraut, auch wenn du sie über Äonen nicht spüren
konntest. Ist sie erst einmal wahrnehmbar für dich, fragst du dich
verwundert wie es hat sein können, ohne sie zu sein. Vertraut und
wie selbstverständlich ist sie da, klar, das ist das Leben!
Deutlich
erkennst du nun den Unterschied, wie es ist, die Themen deiner Ängste
und Zweifel zu deiner Realität zu machen oder diesem inneren Frieden
in dir zu erlauben, sich auszudehnen.
Ein
tiefes Gefühl von Verbundenheit wird immer häufiger; deine
Wahrnehmung verändert sich. Betrachtest du einen Baum, berührt er
dich und du ihn. Minutenlang kannst du in Kontakt mit einer Blüte
verweilen und einfach nur fühlen. Und in der Begegnung mit einem
Menschen gleitest du durch alle Ebenen seiner Gedanken und Emotionen
hindurch und sehnst dich nur danach, seinem Herzen zu begegnen.
Deine
Sehnsucht nach Stille ist groß. Das alte Tun entspricht dir nicht
mehr, weil du dich jenseits der gewohnten Glaubensmuster aufhälst.
Einfach sein im großen Sein, das ist es, was dich nun füllt und
nährt.
Deine
innerste Mitte offenbart dir Geheimnis um Geheimnis, Begegnung um
Begegnung mit dir selbst. Welch eine Fülle in dir.
Von
hier nehmen deine neuen Schöpfungen ihren Geburtsimpuls auf. Sie
nehmen deine Liebe und deine Weisheit und ungestört von jeglichen
Zweifeln, entfalten sie sich auf ihre Weise. Du schaust staunend zu
und empfängst.
Deine
Mitte, dein innerster Raum und seine Ausdehnung ist nun dein Leben.
Dein Herzraum ist Eins mit allem, was ist. Alles beginnt im
Gleichklang und in Hingabe sich zu bewegen, Vertrauen und Liebe
ausströmend, die neuen Klänge gebärend.
Normalerweise nehmen wir etwas wahr, im
Außen oder im eigenen Körper, in den eigenen Gefühlen und
reagieren sofort darauf. Etwas muss verändert, bewertet,
eingeordnet, verstanden, abgewehrt, gemacht, geheilt, verglichen usw.
werden. Was dabei geschieht, ist, dass wir ständig von dem Moment
der Wahrnehmung selbst weggehen und damit gleichzeitig auch von uns
selbst weggehen.
Auf dem Weg der Begegnung der Welten in uns
erfahren wir eine völlig andere Weise von Wahrnehmung. Es ist eine
'stille' Wahrnehmung, die nicht sofort ins Tun mündet. Ich nehme
wahr und dabei bleibe ich erst mal. Nehmen wir ein Beispiel: Wir
fühlen uns unruhig, wissen vielleicht gar nicht so richtig, warum.
Dann haben wir unsere unterschiedlichen Reaktionsweisen. Die einen
gehen joggen, die anderen suchen Streit, die dritten nehmen den
Telefonhörer und die vierten schlucken eine Baldrianpille etc. In
der neuen Wahrnehmung bleibe ich bei meiner Unruhe, ich gehe nicht
fort von mir, sondern bleibe bei mir, bei meinem Gefühl.
In diesem kostbaren Moment hat unsere
Seele die Chance, in unser Jetzt zu treten, nicht großspurig und
heilig, sondern ganz leise. Sie sehnt sich danach, unser Menschsein
zu fühlen und sie kann dies nur, wenn wir bei uns bleiben, wenn wir
ihr den Raum geben, mit zu fühlen. Wie eine kleine, zarte Stimme
kann sie uns in diesem Moment zuflüstern: 'Ich bin bei dir.'
In diesem Moment entsteht eine neue
Energiebewegung. Wir werden berührt von unserer eigenen
unglaublichen Liebe zu uns selbst, in jeder irgendwie gearteten
Situation. Plötzlich öffnet sich ein Raum, der Tiefe anbietet,
Erkennen.
Das Gefühl des Unruhigseins kommt in
Bewegung und eine ganz eigene Reise beginnt, die für den Verstand
eine vollkommen unerklärliche Berührung und das Öffnen ganz neuer
Erfahrungen beinhaltet. Etwas wird weich in uns, verändert unseren Blick, ermöglicht neues Erkennen,- genau in diesem
Moment, in diesem Moment des Ganz-bei-sich-Seins, in diesem Moment,
in dem meine Seele und ich als Mensch zusammen kommen. In diesem
Moment entsteht etwas Neues, Bewegendes in meinem Leben.
Ist so etwas im Alltag lebbar, solch
eine gegenwärtige Präsenz? Ist es nicht das Geschenk weniger,
einzigartiger Augenblicke?
Hier öffnen sich neue Dimensionen, was
die Qualität unserer 'Selbstliebe' betrifft. Ich kann auf diese
Weise nur so bei mir sein, wenn ich mich selbst liebe, wenn ich nicht
ständig von mir weggehe. Mich selbst in dieser Selbstliebe zu fühlen
und zu wissen, öffnet auch den Alltag in jedem Moment auf
einzigartige Weisen. Wir werden uns immer wieder allein stehen lassen
– aber wir werden es immer schneller fühlen. Der neue Boden wird
mit jedem Mal, in dem wir bei unserem eigenen Fühlen bleiben,
stabiler und gegenwärtiger werden.
Fühlen
im Neuen Bewusstsein beginnt im Herzen, in deinem eigenen. Was möchte
dein Herz erfahren, erschaffen im eigenen Erleben? Suche nicht in
deinem Verstand nach deiner Antwort, gehe nicht fort von dir in die
Zukunft, in irgendwelche Vorstellungen wie deine Welt aussehen
sollte, fühle in dein Herz, jetzt!
Bleibe
bei dir, husche nicht weg in Gedanken und Wünsche, bleibe einfach
bei dir, fühle dich in deinem Herzen. Ganz sanft und ruhig bleibe
bei dir, nimm wahr.
Hier
in deinem Herzen findet deine Wahl statt, nicht in deinem Verstand,
in deinen Wünschen vom besseren Leben. Hier in deinem Herzen beginnt
das Neue. Hier bist du gefragt, nur du, in deinem eigenen Herzen.
Fühle dich, wähle dich, du bist gemeint, ja, wirklich du. Es ist
dein Herz, deine Liebe, deine Essenz, die alles von dir birgt. Hier
ist dein großer, unglaublicher, unbegrenzter Schatz. Hier findet die
Verbindung von allem in dir statt.
Und
du musst nichts dafür tun, nur - wenn du es wahrnehmen möchtest,
halte inne, werde still, lass dich von dir selbst berühren. Alles
beginnt hier, alles endet hier, alles findet sich hier neu zusammen,
von hier aus beginnt deine neue Ausdehnung.
Atme
sanft und werde still, horche, fühle in dein Herz. Hier erhebt sich
deine neue Stimme, die Stimme deines verschmolzenen Seins von Mensch
und Gott. Erkunde sie, diese neue Stimme, lerne sie kennen, öffne
dich für neue Arten von menschlicher Erfahrung, ohne vorher zu
wissen, was geschieht. Dein Herz kontrolliert nicht, es kann gar
nicht kontrollieren, es ist außerhalb seiner Seinserfahrung – dein
Herz fühlt ausschließlich. Dein Herz erfährt sich fühlend, in
allem und ist dabei vollkommen frei. Es braucht keine Kategorien der
Bewertung und Einordnung oder Ziele, die es erreichen will. Dein Herz
ist einfach und fühlt, teilnehmend, liebevoll und auch initiierend.
Es ist der Transformationsort in dir, das heißt, es ist aufnehmend
und verwandelnd und neu gebärend und alles in einem und es ist du.
Lass
dich einladen von deinem Herzen und lade es selbst ein, fühle was
geschieht, in dir. Es ist dein Ankommen in dir, inmitten von allem,
was du bist, inmitten all deiner Erfahrungen, ist es.
Ruhe
und Stille, unumstößliche Präsenz und Weisheit, Sammlungsort all
deiner Erfahrungen, unermessliche Liebe und Geduld, Hingabe und
gleichzeitige Ausgerichtetheit, Quelle all deiner neuen Geburten und
Empfang all deiner Tode, kristallklares Wasser und glühendes Feuer,
strahlende Brillanz, unverwechselbar du....das ist dein Herz in
deiner Mitte und es ist da, jetzt.
Fühle
wie du dein Herz empfängst, wie dein Herz dich empfängt, wie du
dich empfängst. Erlebe wie die Qualität deines Fühlens sich in
seiner Essenz ändert – und damit dein Leben sich wandelt.
Fühle...
Auf der Reise durch alle
Glaubensschichten hindurch zu diesem inneren Ort in dir, der der
ruhevollen Präsenz deiner selbst entspricht, ist die Selbstliebe ein
wunderbarer Gefährte.
Es
ist nicht die Selbstliebe des Egos
gemeint, die dir auf die Schulter klopft, wenn etwas den eigenen
Absichten entsprechend gut geklappt hat, oder die versucht, sich
selbst größer zu machen als andere. Die darf auch sein, sie ist
ebenfalls ein Teil von uns, auch wenn wir uns immer weniger mit ihr
identifizieren.
Aber die Selbstliebe, von der ich hier
erzählen möchte, kommt bereits von diesem inneren Ort in dir. Dort
ist sie immer und war sie immer, nur vergessen haben wir sie in all
dem, was uns im Außen immer beschäftigt hat. Sie taucht ganz
selbstverständlich und liebevoll in deinen allmählich immer
häufiger werdenden Wahrnehmungsminuten auf. Wenn du einfach nur
wahrnimmst, ohne gleich zu bewerten, einzuordnen oder vermeintlich
notwendige Schritte einzuleiten, spürst du sie plötzlich tief in
dir auftauchen.
Sie betrachtet mit dir gemeinsam all
das, was sich in deinem Leben bewegt, was du wahrnimmst sowohl mit
deinen Augen als auch mit deinen Gefühlen. Genau wie du jetzt gerade
übst, sagt sie nicht, das ist gut und das ist schlecht! Genau wie du
möchte sie einfach alles wahrnehmen, was zu deinem menschlichen
Leben gehört, es durch dich erfahren und das kann sie nur, wenn du
alles da sein lässt.
Wie eine sanfte Wärme fühlst du sie
plötzlich durch dein Feld fluten, manchmal können es auch heftige
Hitzeschübe sein; in deinem Körper spürst du, sie ist da, deine
Selbstliebe, sie zieht sogar in deinen Körper ein.
Während
der Verstand sagt: Akzeptanz ist die Bestätigung des Bestehenden -
sagt
die Seele: Akzeptanz ist der Beginn einer unglaublichen Veränderung!
In unserem Alltag sind wir damit beschäftigt, Ziele und Pläne zu entwerfen, Dinge zu bewerten und Entscheidungen über richtig und falsch, gut und schlecht zu treffen. Obwohl wir meinen, dass dies unser Verstand tut, sind sehr oft Gefühle mit verwickelt, oft unbewusste, die aus anderen Schichten unsere Entscheidungen und unser Erleben mit beeinflussen.
Wir bewegen uns in einem Meer von Annahmen und emotional gefüllten Glaubensmustern über das eigene Leben und die Welt und versuchen darin, unseren Weg entsprechend unserer Überzeugungen zu gehen. Schwierig wird es dann, wenn Unvorhergesehenes eintritt, was an diesem aufgebauten System rüttelt. Seien es Lebenskrisen, hervor gerufen zum Beispiel durch Beziehungsschwierigkeiten, Arbeitslosigkeit, schwere Krankheiten oder Begegnungen mit Sterben und Tod. Sie laden ein, das Bestehende zu weiten, neue Perspektiven ins Leben hinein fließen zu lassen.
Aber nicht nur Krisen bewirken dies. Manchmal fühlt man im eigenen Inneren eine Sehnsucht oder eine Frage 'da muss doch noch mehr sein'? Oft erfährt man eine innere Leere, die einen zu dieser Frage hinführt. Oder es taucht plötzlich ein 'Wissen' auf, ein Verständnis für Zusammenhänge, das sich zeigt und eigene Lebenssituationen in neuen Erkenntniszusammenhängen erscheinen lässt. Schon häufig habe ich gehört 'das war mir schon als Kind klar' – aber dann ist es im Laufe des erwachsenen Daseins in dem 'normalen' Leben mit all seinen Pflichten und Gewohnheiten unter gegangen, und nun meldet sich dieses Wissen wieder und will hinein ins Leben.
Nun, in all diesen Aufbrüchen und Fragen nach 'mehr' im Leben ist die Akzeptanz ein großer Toröffner. Meist schauen mich die Menschen verwundert an, wenn ich dies sage, und die erste Reaktion ist: 'Dann bleibt ja alles so wie es ist!'
Aber die Akzeptanz, von der ich spreche, ist der Schritt hinaus aus der bisherigen Welt, in der wir immer beschäftigt waren, Lösungen finden, Kontrolle aufrecht erhalten mussten, die Fäden nicht aus den Händen verlieren durften...Die Akzeptanz, die ich hier meine, ist die Akzeptanz unseres Herzens. - Und die ist immer da!
Sie zu erleben bringt ein großes Aufatmen mit sich, der Raum und der Blick weiten sich, ein Heraustreten aus der bisherigen Sichtweise wird möglich, eben durch die Akzeptanz dessen, was ist. Wenn Trauer und Schmerz einfach mal da sein dürfen, ohne gleich mit guten Ratschlägen oder Trostzusprechungen verändert werden zu müssen – dann kann alles aufatmen. 'Ja, diesen Schmerz erfahre ich gerade'. Wenn ich verzweifelt bin, meine Lebenssituation unlösbar zu sein scheint, ermöglicht mir diese Akzeptanz, die Verzweiflung zu spüren, ohne gleich in meinem Kopf dem Hin und Her der Alptraumangebote meines Verstandes folgen zu müssen. Die Verzweiflung darf als solche gefühlt werden.
Und mit dieser Akzeptanz, dem Erfahren und Benennen von dem gerade Erlebten, geschieht meist das für den Verstand 'Verrückte' – Ruhe kehrt ein, ein tiefer Atem übernimmt, 'ich fühle mich gemeint und gesehen', der Blickwinkel weitet sich, die Enge löst sich auf, - ich darf sein! Das ist die große Erlaubnis unserer Seele, die wir nun fühlen können: 'Mir darf es so gehen. Es muss nichts anders sein. Ich habe keine Fehler gemacht. Ich darf einfach diese Erfahrung machen.'
Wenn du diese Worte liest, sei achtsam mit deinen Reaktionen. Beobachte, welche Ebene in dir sich angesprochen fühlt: Dein Verstand, der dies für völlig unpraktisch und weltfern hält oder tief Innen eine Ebene in dir, die entspannt und stille wird? - Beobachte einfach, nicht bewerten, nicht wollen...
Ich bin immer wieder überrascht, was die Erinnerung an diese Akzeptanz bewirken kann. Sie löst aus dem Hin und Her des Verändern wollens und gibt plötzlich einen weiteren Raum frei: Das einfache Erleben meiner selbst.
In diesem Moment fließt Liebe ein, ganz von selbst, einfach durch das nicht bewerten und nicht anders haben wollen von dem, was ist. Der große Zuspruch ist fühlbar: Ich darf so sein, ich bin gemeint!
Mit dem Erleben dieser Liebe beginnt das Leben sich zu verändern und neue – vom Verstand nicht wahrgenommene – Lösungen können ins Feld fließen. Bewegungen beginnen sich zu entwickeln, die oft überraschend sind und eine tiefe innere Stimmigkeit beherbergen.
Gleichzeitig werden nach und nach immer weitere Bereiche und Themenkomplexe 'ans Licht' geholt, in die Liebe eingeladen. Auch sie möchten diese Akzeptanz erfahren und von der Liebe berührt werden, um frei zu werden.
Das eigene Leben beginnt sich zu verändern, immer mehr steht man selbst in der Mitte des eigenen Lebens und nicht mehr die Überzeugungen, die früher gefüllt werden mussten. Die Akzeptanz ist wahrlich ein großer Türöffner, nicht nur hinein in neue Blickwinkel, sondern auch hinein in die Liebe.
Sie meint es gut mit dir. Sie lehnt nichts, aber auch gar nichts an dir ab. Sie ist einfach nur neugierig auf dich, auf alles von dir und schenkt sich ebenfalls ganz, dir selbst.